Die nachfolgenden Erfahrungen sind ein bunte Mischung aus unterschiedlichsten Veranstaltungen mit verschiedenen Teilnehmern und Referenten. Sie sollen einzig die Bandbreite und Erfahrungen der Trainer widerspiegeln und eine Vorstellung vermitteln, was alles mit 6-STEINEN möglich ist. Wenn Sie neugierig auf neue Methoden sind, gern mal die digitale Tafel aus lassen und wieder ein Stück Kreide in die Hand nehmen, dann werden Ihre Erfahrungen demnächst wohl ähnlich sein, nur in einem anderen Fachgebiet. Anmerkung: Das in einigen Berichten von SixBricks die Rede ist, hängt mit der Original Bezeichnung der Methode zusammen (siehe auch hier) und entspricht den 6-STEINEN.

Lernen in altersgemischten Gruppen

In Online-Seminaren kann ich viele Aktivitäten zeigen, jedoch können Teamaufgaben mit gemeinsam genutzten Materialien bei diesem Format praktisch nicht durchgeführt werden. Um das Fehlen dieser gemeinsamen Aktionen auszugleichen, wollte ich im Sommer 2020 einige Teamaktivitäten als Kurzfilme und Fotoserien festhalten. Als Ort diente die Alten-Tagespflege Lebensfreude e.V. in Dessau und ihre interessierte Leiterin. Als Teilnehmer für diese Aktion hatte ich mich für eine altersgemischte Gruppe entschieden. Ich bekam 3 Kinder im Alter zwischen 7 und 9 Jahren, 4 Teenager zwischen 13 und 15 Jahren und 2 Senioren mit 92 und 96 Jahren. Die Voraussetzungen waren verschieden: Eines der Kinder hatte einen diagnostizierten, multiplen Förderbedarf, u.a. im Bereich Sprache und emotionale Kompetenz. Die Teenager hatten sich kurzfristig auf das Experiment eingelassen und auch die älteren Menschen kannten die anderen Teilnehmer*innen und die Methode nicht.

Eine Aktivität bestand darin, gemeinsam eine Brücke zu bauen. Ich hatte die Teilnehmer*innen in 2 gleich große Gruppen eingeteilt. Beide Gruppen waren altersübergreifend. Die 6-STEINE-SETS stand allen gemeinsam zur Verfügung. Ein Teil der Aufgabe, die Impulskontrolle, bestand darin, zuerst eine Beratungszeit von 2 Minuten zu nutzen, um zu klären, wie gebaut werden soll und wer welche Aufgabe übernimmt. In dieser Zeit durfte das Material nicht angefasst werden. Anschließend gab es eine 1-minütige Bauzeit.

Es war sehr spannend zu sehen wie diese unterschiedlich alten Teilnehmenden diese beiden Abschnitte der Aufgabe lösten. Schnell gab es bereits ein wenig Vertrautheit innerhalb der Gruppe und so war geduldiges Zuhören aller Ideen bereits liebgewonnene Praxis. Dies half zum einen den älteren Menschen, ihre Gedanken zu sortieren. Zum anderen gab es dem förderbedürftigen Kind ausreichend Zeit zum Formulieren. Während der knappen Bauzeit hatte ich spontan einen Schwierigkeitsgrad eingebaut. Die Brücke sollte einem Belastungstest von einem oben aufgestellten 6-STEINE-WÜFEL standhalten. Zu meiner Überraschung reagierten beide Gruppen schnell und kommunikativ auf diese Veränderung und meisterten die zusätzliche Herausforderung souverän.

Wir verbrachten gemeinsam 3,5 Stunden an diesem Nachmittag mit 6-STEINE Teamaktivitäten. Wir haben zugehört, Fragen gestellt, gelacht und waren aktiv. Für mich persönlich war diese Erfahrung einer der Momente im Jahr 2020, die mich am meisten berührt und auch ermutigt haben. Das möchte ich gerne jederzeit wiederholen.

Lernen mit Gleichaltrigen

Lernen von und durch Gleichaltrige, wie es im Schulkontext geschieht, ist eine natürliche Lernvariante. Dazu zählt auch das Spielen mit Gleichaltrigen in der Freizeit. Teilnehmer*innen im gleichen Alter haben erst einmal die Herausforderung, sich gegenseitig nicht als Konkurrenz für die zu erreichenden Ziele oder Belohnungen zu sehen. Auch die Zusammenarbeit von lernstarken Kindern mit lernschwachen sollte gut vorbereitet werden, damit es zu einem Lernen von- und miteinander kommt. Es erfordert eine Menge Sozialkompetenz, damit Lernende gemeinsame Aufgaben auch wirklich gemeinsam lösen. Das Erstellen von Gruppenleistungen im Schulkontext ist nicht immer ganz spannungsfrei. Das Lernen unter Gleichaltrigen funktioniert vor allem dann gut, wenn vorher wichtige Lernfaktoren ausreichend angeleitet und eingeübt wurden. Dazu zählen: Lernen durch Kopieren und Abgucken, wettbewerbsfreies Lernen, unterschiedliche Geschwindigkeiten wahrnehmen, gutes langsames Erklären, langsame Steigerung der Aktivität und Verständnisfragen sind immer erlaubt.

Ein Rückhalt durch begleitende Personen ist dabei ebenfalls wichtig. Diese können bei Schwierigkeiten z.B. schlichtend oder moderierend eingreifen. Diese Art des Lernens funktioniert in Klein- bzw. 2er Gruppen. Jedes Mal, wenn eine Aktivität an die Lernenden übergeben wird, findet ein Austausch statt. Eine weitere praktische Anwendung sind die Teamaufgaben. Hier üben gleichaltrige Lernende gemeinsam einen Weg zur Lösung der Aufgabe zu finden. Team-Aktivitäten sind bewusst einfach gehalten und geben so ausreichend Platz und Gelegenheit zur Reflexion.

Meist führe ich eine „Proberunde“ durch, um dann über verschiedene teamorientierte Themen zu sprechen. Dazu zählen:

  • Welche Rolle übernehmen jeweils die Teilnehmenden (Unterstützer, Ideengeber, Verantwortliche, Fragensteller bzw. Qualitätsoptimierer)?
  • Welche (Teil-)Aufgabe übernimmt jeder innerhalb der Gruppe?
  • Welche lernfördernden Spielregeln müssen etabliert werden?

Nach einem solchen Impuls lasse ich die Aktivität erneut durchführen. Auch hier ist eine positive Rückmeldung für jedes Ergebnis wichtig. Es geht nicht darum, zu gewinnen oder zu verlieren, sondern um den gemeinsamen Lernprozess und die gegenseitige Unterstützung darin. Die Gruppenteilnehmer erkennen ihre eigene Lernkurve, sehen die Verbesserungen und feiern dies dann auch als Gruppe. Eine solche Aktivität ist ein beliebter Vorgang, um Partizipation praktisch zu ermöglichen, Eigenverantwortung für einen Lernerfolg wahrzunehmen und auch Lernzielkontrollen gemeinsam durchzuführen.

Pamela Diesel, Deputy Principal, Christian Brothers College, South Africa

Ich bin Lehrerin und stellvertretende Schulleiterin an meiner Schule. Wir haben vor etwa 3 Jahren angefangen, SixBricks zu verwenden und haben es nie bereut. Die Einfachheit und Effektivität dieses Lehrmittels haben mich angezogen. Es ist erschwinglich und bietet Pädagog*innen und Schüler*innen gleichermaßen viele Möglichkeiten. Ich war inspiriert und freute mich darauf, meine Unterrichtsstunden so zu planen, dass ich die Bausteine darin integrieren konnte.
Als ich anfing, SixBricks im Klassenzimmer einzusetzen, merkte ich, dass es den Spaß zurück in den Unterricht brachte und gleichzeitig alle Konzepte und Fähigkeiten verstärkte, die notwendig sind, damit Kinder ihr volles Potenzial erreichen können.
Ich hatte Glück, dass Management und Lehrkräfte am Christian Brothers College in Boksburg/Südafrika von diesem neuen Konzept sehr begeistert waren. Wir organisierten einige Schulungen und die Kinder der Foundation Phase, zwischen 4 und 9 Jahre alt, konnten mit SixBricks gleich beginnen.
Ich unterrichte an einer reinen Jungenschule. Einige Lehrkräfte waren besorgt, dass die Arbeit mit SixBricks zu Lärm und Unruhe im Klassenzimmer führen könnte. Durch ein sehr gutes Klassenmanagement und einen organisierten Tagesablauf lernen die Kinder die aufgestellten Regeln sehr schnell zu respektieren. Dann kann der Spaß beginnen.
Der von Care for Education bereitgestellte Zugang zu allen Downloads bietet eine unglaubliche Fülle an Aktivitäten, die in einen Unterrichtstag integriert werden können. Eine meiner eigenen Ideen war, die Steine u.a. als positives Mittel zur Disziplinierung zu verwenden. Die Jungen bewahren ihre Steine auf ihren Tischen auf, die in Form eines Würfels zusammengebaut sind. Sie können ihren Würfel mit Glubschaugen und einem aufgeklebten Mund versehen und ihrem „Schulhelfer“ einen Namen geben. Dieser Schulhelfer hilft den Kindern sich gut zu benehmen, aufmerksam zuzuhören und ihr Bestes zu geben. Vor allem die jüngeren Kinder lieben diese Idee.
Eine Aktivität, die bei mir sehr viel Verwendung findet, ist die sogenannte Mathe-Matte. Sie macht Spaß und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wichtige Fähigkeiten damit zu trainieren. Dazu gehören die Exekutivfunktionen wie Reaktionsschnelligkeit, gute auditive Wahrnehmung und flexibles Denken.
SixBricks hat unseren Schulalltag definitiv inspiriert und zu einer förderlichen Lernatmosphäre beigetragen. Wir als Schule haben den Einsatz von SixBricks als ergänzendes Hilfsmittel nie bereut.

Vater-Kind-LEGO® Bautag in einer Kita, März 2021

Ich liebe es, Vater-Kind Angebote durchzuführen. Durch meine Kompetenz als Elternbegleiter und Elternkurs Anbieter kann ich auf diese spielerische Art und Weise, Impulse geben für den Erziehungsalltag.
In einer der Pausen habe ich SixBricks Aktivitäten angeboten. Mehrheitlich waren Vorschulkinder und eben ihre Väter anwesend. Es ging um eine einfache Hand-Augen-Koordinationsübung. Dabei hatte ich der Übersicht halber alle Beteiligten in ihrem Bewegungsfreiraum eingeschränkt. Wir benötigten für die Aktivität nur einen Baustein, die anderen Steine waren als Stapel zwischen den Füßen plaziert. Ein teilnehmendes Kind nutzte die Gelegenheit und warf mir den Stein entgegen (statt wie alle anderen und der Übung entsprechend, den Stein von einer Hand gezielt in die andere Hand zu werfen). Nun, es ist kein Problem, mich einmal zu überraschen und da bin ich auch sehr entspannt. Ich habe das Kind nochmals auf die Aktivität hingewiesen. Nun, Kinder haben ja bekanntlich auch ihre eigenen Ideen und so flog der Baustein ein weiteres Mal in meine Richtung. Dieses Mal habe ich ihn gefangen und festgehalten. Ich habe dem Kind durch kurze Anweisungen klar gemacht, dass es nun Zeit bekommt, den anderen zuzuschauen, wie ich diese Aktivität eigentlich gemeint habe (ganz nach dem Kess erziehen Prinzip: Freundlich und klar). Der Vater stand dahinter und – lächelte! In diesem Fall jedoch war gute Laune nicht ganz ausreichend, um ein klares Ziel zu erreichen. Ich persönlich hatte nun damit gerechnet, dass das Kind einfach einen weiteren Stein aus seinem Stapel nimmt, der ja noch zwischen den Füßen stand – doch auch zu meiner Überraschung (Klarheit hilft doch) wurde jetzt die Zeit genutzt, um den anderen genau zuzuschauen. Bei meiner nächsten Erklärung zur Steigerung der Aktivität habe ich den Baustein wieder zurück gegeben und das Kind eingeladen, sich wieder aktiv zu beteiligen. Das hat dann auch super geklappt.

Ilse Vaesen, zertifizierte SixBricks Trainerin in Angers/Frankreich

Meine SixBricks Session mit Bastien, einem 11-jährigen Schuljungen, am 20. April 2021. Bastien hat Schwierigkeiten erlernte Lektionen wiederzugeben. Er kann sich den Inhalt seines Geschichts- und Geografieunterrichts oder seiner Grammatikaufgaben nicht merken. Also habe ich mit der folgenden Aktivität sein Arbeitsgedächtnis und seine Strategien getestet. Er kommt einmal pro Woche für eine Privatstunde zu mir, um seine Lektionen zu wiederholen, seine Hausaufgaben zu machen und dabei eine für ihn geeignete Lernmethode zu erlernen. Bastien hört, seit er sehr klein war, dass er erhebliche Gedächtnisprobleme hat. Er wurde von einem Psychologen betreut, er hatte viele Sitzungen mit einem Psychomotoriker und seit einigen Jahren bekommt er nach der Schule Mathematikunterricht. Trotz all dieser Hilfsmittel hat Bastien weiterhin Probleme, dem Unterricht zu folgen und Inhalte auswendig zu lernen. Der Privatunterricht mit der SixBricks Methode begann vor 1 Monat.

SixBricks Aktivität „Build your Memory“ – Dazu wird für jede Übung das folgende Muster wiederholt, nur der Schwierigkeitsgrad der auszuführenden Aufgabe wird kontinuierlich gesteigert.

Übung:

  • Baue einen geraden vertikalen Stapel aus vollständig überlappenden Steinen.
  • Lege die 6 DUPLO® Steine einzeln vor dich.
  • Ich leite an und baue einen Stapel aus 2 Steinen. Beobachte meinen Stapel genau, denn nach 5 Sekunden werde ich ihn vor dir verstecken.
  • Jetzt bist du an der Reihe, meinen Stapel zu kopieren.
  • Zeige deinen Stapel und wir werden ihn mit meinem vergleichen.
  • Gibt es einen Unterschied? Wenn ja, welchen?
  • Wenn es einen Unterschied gibt, dann löse deinen Stapel auf, schaue dir meinen Turm an und baue deinen eigenen. Wir prüfen die Stapel erneut.
  • Welche Strategie hast du verwendet?
  • Löse deinen Stapel auf und mische die 6 Steine.
  • Ich füge einen Stein zu meinem bestehenden Stapel hinzu.
  • Beobachte meinen Stapel für 5 Sekunden.
  • Kopiere meinen Stapel.
  • Wir setzen die Übung nach dem gleichen Muster fort, bis wir einen Stapel aus 6 Steinen gebaut haben.

Bastien hatte einen Fehler gemacht, als ich den hellblauen Stein am unteren Ende des Stapel hinzugefügt habe (Bild unten), denn bis dahin hatte ich den Stapel systematisch nach oben gebaut. Er hatte seine Konstruktion mit dem hellblauen Stein begonnen (weil es der unterste Stein in meinem Stapel war) und war dann ein wenig wegen der Reihenfolge seiner anderen Steine verwirrt. Als er also seinen Fehler korrigieren wollte, diskutierten wir zunächst, ob wir seine Strategie ändern könnten. Wir kamen zu dem Schluss, dass es besser wäre, den Stapel in der Reihenfolge der gezeigten Schritte zu bauen und daher den hellblauen Stein zuletzt hinzuzufügen.

Variante: Baue einen geraden, senkrechten Turm, bei dem die Steine nach links oder rechts verschoben sind. Die Steine überlappen sich nur teilweise.

Der Schüler wird etwas mehr Zeit haben, sich das Modell anzusehen, da es komplizierter zu reproduzieren ist. Das Ziel ist nicht, das Kind zu oft scheitern zu lassen, ganz im Gegenteil. Bastien hatte beim Stapeln des hellblauen Steins einen Fehler gemacht: Er hatte 6 Noppen nach links abgedeckt (Bild unten links) statt 2 Noppen (Bild unten Mitte). Bastien verbalisierte den Fehler, löste seinen Turm und wechselte die Steine. Er beobachtete meinen Turm und verbalisierte den letzten Schritt der Konstruktion. Er hat den Turm noch einmal gebaut, dieses Mal ohne Fehler. Anschließend haben wir den Turm weiter vergrößert, indem wir den grünen Stein hinzugefügt haben.

Fazit: Heute ist Bastien durch die Gedächtnisübungen mit der SixBricks Methode und die Anpassung seiner verwendeten Strategien sicherer geworden. Er war angenehm überrascht von seiner Leistung und fühlte sich sehr wertgeschätzt. Bastien ließ sich auch nach einem Fehler nicht entmutigen. Wir diskutierten systematisch über die angewandte Strategie, um zu sehen, ob sie geändert werden muss. Er sagte mir, dass er nicht sehen konnte, wie die Zeit verging. Er ist es nicht gewohnt, dass man ihn bittet, seine Strategien zu erklären, aber er konnte mir sagen, dass es für ihn trotzdem wichtig war, weil er fand, dass diese Reflexion und Anpassung seiner Strategie ihm zum Erfolg verhalf.

Eltern-Kind Online Workshops

Zur Zeit nutze ich jede Gelegenheit, die 6-STEINE als Methode auch im Vorschulbereich vorzustellen. Online Eltern-Kind Workshops sind eine sehr gute Gelegenheit, die reichlich wahrgenommen wird. Meist habe ich 4-5 Elternteile mit ihren Vorschulkindern zusammen. Der Workshop dauert meist 60 Minuten. Davon nutze ich 45 Minuten aktiv mit den Kindern und die restliche Zeit mit den Eltern, um Fragen zu klären oder Wünsche aufzunehmen für die nächste Einheit. Bisher habe ich jeweils einen Förderschwerpunkt in den Vordergrund gestellt und entsprechende Aktivitäten herausgesucht. Diese Zeit ist für die Kinder so intensiv, dass es einer Doppelstunde im Schulalltag entsprechen würde. Es reichen wenige Aktivitäten zur Schulung der auditiven und visuellen Wahrnehmung. Zusätzlich nutze ich auch die Zeit, um die Kinder wirklich auch sprachlich herauszufordern und gute Lernatmosphäre einzuüben. 6-STEINE-Aktivitäten sind ja grundsätzlich angeleitete Übungen, die vorsichtig am Lernniveau der Teilnehmenden angepasst werden.